Hier ein paar grundsätzliche Informationen zu Patenschaften

und zum Projekt

 

Das Projekt „Schulkinder Kenia“ wurde 1997 von Bettina Sanders (Poblotzki) und dem damaligen Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde in Rangenyo / Kisii Father Chrysanthus Mainye für 40 Kinder aus armen Familien ins Leben gerufen. Es wurde eingerichtet, um für diese Kinder eine Schulbildung abzusichern, für die niemand bezahlen konnte. Im Projekt werden zur Zeit ca. 350 Kinder durch Paten oder Einzelspenden unterstützt. Auch heute ist in Kenia Schulbildung nicht kostenlos.

Die billigsten Schulen sind die staatlichen Grundschulen (Klasse 1-8). Sie kosten 50€ im Jahr, davon werden 1-2 Schuluniformen bezahlt, Schuhe und Socken sowie Prüfungsgebühren. Die Kinder bekommen von der Regierung 3 Bleistifte pro Jahr und ein Schulbuch für 5 Kinder.

Die meisten unserer Projektkinder sind im Internat. Dort bekommen sie Mahlzeiten und haben ein Bett für sich alleine. Die Schulbildung ist wesentlich besser, da die Lehrkräfte besser ausgebildet sind, und jedes Kind eigene Schulbücher hat. Die Kosten der Internatsschulen schwanken zwischen 280€ und 420€ / Jahr (Klasse 3-8). Die Kinder der      1. und 2. Klasse müssen nachmittags noch nach Hause gehen. Das Schulgeld für sie beträgt zwischen 140€ und 180€ / Jahr. Vor der Einschulung müssen die Kinder 3 Jahre den Kindergarten besucht haben. Dieser kostet 120€ - 140€/ Jahr. Das Internat ist besonders wichtig für Kinder, die Voll- oder Halbwaisen sind, für Kinder aus sehr armen Verhältnissen, und für Kinder, die den weiten Weg zur Schule nicht zurücklegen können.

Wenn die Kinder eine Note von mindestens 3,0 haben, können sie die Oberschule besuchen (Klasse 9-12). Diese kostet ohne Internat ca. 250€ / Jahr, mit Internat zwischen 420€ und 540€ / Jahr. Die teureren Schulen haben meist eine bessere Versorgung, nicht so große Schlafräume (in anderen Schulen schlafen bis zu 100 Kinder in einem Raum), abwechslungsreicheres Essen, medizinische Versorgung, psychologische Betreuung und einen guten Lehrkörper, Fachräume, usw. Diese Schulen bereiten die Kinder am besten auf die nationalen Examen vor, und haben dementsprechend auch die besten Abschlussnoten       (1 oder 2). Nur mit diesen guten Noten (1 oder 2+)  können sie von der Regierung ein Stipendium für ein Studium bekommen. Alle anderen ab der Note 2,0 müssen das Studium oder die Ausbildung selbst finanzieren, was kaum einem möglich ist ohne Sponsoren.

Die Kosten für ein Studium inklusive Unterkunft, Taschengeld für Kleidung, Essen, Hygiene, belaufen sich auf 800€ - 1200€ / Jahr, je nach Studiengang.

Alle anderen Berufsausbildungen, wie z.B. Mechaniker, Elektriker, Schneiderin, Hauswirtschafterin, Krankenschwester, Sekretärin … kosten zwischen 500€ und 800€ / Jahr.

Manche mögen Fahrer werden, ein Führerschein kostet ca. 120,00€. Auch hierfür gibt es immer wieder Anfragen.

Die durchschnittliche Kinderzahl pro Familie beträgt 5-6 Kinder, viele haben mehr. Besonders für Mädchen ist es wichtig, in die Oberschule zu kommen, da sie sonst oft zwangsverheiratet werden, um der Familie nicht auf der Tasche zu liegen.

Einmal im Jahr fährt vom Projekt jemand auf eigene Kosten nach Kenia, besucht die Kinder in den Schulen und spricht mit den Eltern bzw. mit dem Vormund. Die Kinder schreiben Briefe an die Paten, und die Pateneltern können einen Brief an ihr Patenkind mitgeben. In der Zwischenzeit kümmert sich ein Koordinator vor Ort (ein einheimischer Buchhalter, Ateto) um wichtige Belange. Ihn können die Kinder und auch wir vom Projekt jederzeit ansprechen oder anderweitig erreichen. Ateto bringt den Schulen die Schecks für das Schulgeld und vergewissert sich, dass die Kinder auch in der Schule sind. Die Familien der Kinder bekommen kein Geld vom Projekt ausgehändigt.

Alle Unkosten des Projekts, wie z.B. die Wechselgebühren und das Gehalt für Ateto, werden von Geldern finanziert, mit denen Missio das Schulkinderprojekt unterstützt (Missio gibt auf jeden gespendeten Euro 10% dazu). So kommen alle Spendengelder der Paten zu 100% dem Patenkind zugute. Missio übernimmt den Transfer an eine Schwesternkongregation, diese bekommen von uns die Anweisung, was an welche Schule zu überweisen ist. Nicht kindgebundene Spenden helfen dem Projekt, die Schule in Rangenyo, wo die meisten der Projektkinder zur Schule gehen, direkt zu unterstützen. Es wird immer etwas benötigt, z.B. Essensgeld für Kinder, Waisenkinder, die niemand haben, der für die Mahlzeiten bezahlen kann. Der Preis für ein Jahr für Mais, Bohnen, Gemüse, Zucker beläuft sich auf  ca. 9.600€, ein Wassertank, der dringend benötigt wird (650€ pro Stück). Weiterhin nötig ist Geld für Reparaturen an Gebäuden, Ausstattung für Lehr-, Sport- oder Spielmaterial. Große Wünsche sind Fenster für die Klassenräume oder ein Schulbus. Außerdem werden immer wieder Spenden benötigt für Operationen, medizinische Versorgung. So konnte z.B. 2012 einem Jungen mit verkrüppeltem Fuß, der sich kaum fortbewegen und deshalb auch keine Schule besuchen konnte, eine orthopädische Operation ermöglicht werden. Nun kann er mit orthopädischen Schuhen alleine laufen. Einem Kind mit Wasserkopf konnten wir auch helfen. Krankenversicherungen kann keiner bezahlen, deshalb sind auch ungebundene Geldspenden wichtig.

Die Schulen beginnen Anfang Januar. Das Schulgeld muss im Voraus bezahlt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, soweit möglich, am Jahresanfang zu bezahlen. Wem dies nicht möglich ist, kann natürlich auch monatlich bezahlen. Die Überweisungen gehen auf das Konto der katholischen Kirchengemeinde Stella Maris in Flensburg  mit dem Kennwort „Schulkinder Kenia“ und ggf. dem Namen des Patenkindes. Wer eine Spendenbescheinigung möchte, müsste die Adresse mit angeben.